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Die Pfarrkirche St. Jakob in Kaindorf
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Von der mittelalterlichen Pfarrkirche ist nicht viel bekannt, zuletzt wurde 1691 das Pflaster erneuert, doch die Kuruzzeneinfälle beschädigten 1704 auch die Kirche.
Schon im Jahre 1711 begann man mit den Vorbereitungen zum Turmbau, der aber auf den alten Fundamenten wieder errichtet werden sollte. Im großen Pfarrwald (OG. Hartl) wurde ein Ziegelstadel errichtet und 13.500 Ziegel geschlagen. Diese Arbeit wurde 1712 fortgesetzt und 1713 Steine in Vockenberg gebrochen und durch die Bauern herbeigeführt. Es wurden weiters acht Brände Kalk gekauft und im Kalkofen der Kaindorfer Bauernschaft gebrannt. Die Bauern wurden in der Regel für ihre Arbeit beim Kirchenbau bezahlt, ausgenommen die freiwilligen Arbeitsleistungen.
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Aus der Chronik
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Noch im Jahr 1714 kaufte man weitere Steine aus Löffelbach, Eisen aus Graz und Passail, Kalksteine aus Schildbach, weiters für den Kirchenbau 7000 Dachziegel aus der herrschaftlichen Ziegelei in Herberstein, 35.000 Dachschindeln kamen aus Untertiefenbach und Marbach. Schließlich wurden noch 2500 Glasscheiben aus der Batthyanischen Glashütte in Ungarn bezogen. Die Schmiedarbeiten leisteten Handwerker aus Kaindorf und Pöllau, die Schlosserarbeiten Meister aus Graz und Pöllau.
Nun kam das Jahr 1715 und Remigius Horner, der Baumeister und Tischlermeister in einer Person war und seine Werkstatt in Pöllau hatte, führte in einem Jahr den Turmbau aus, der 888 Gulden kostete.
Im Jahre 1716 begann man mit dem Abtragen der alten Kirche und fand beim Aufreißen des Pflasters einen Münzschatz, der sich als willkommene Zugabe zum Kirchenbauvermögen erwies. Der Bau schritt gut voran und obwohl im Sommer 1717 ein Blitz in die vorderen „Rundellen“ eingeschlagen hatte, aber nur geringen Schaden verursachte, konnte die neue Kirche im Herbst 1717 schon für die Abhaltung von Gottesdiensten verwendet werden. Am 22. Juli 1717 erhielt der Pfarrer die Erlaubnis, die Kirche und die provisorisch aufgestellten Altäre zu benedizieren. Der Altarstein soll der Überlieferung nach bereits am 3. März 1716 gelegt worden sein. Im Jahre 1722 wurde auch der Außenputz abgeschlossen.
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Pfarrkirche Kaindorf nach der Innenrestaurierung 1964
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Die neue Kaindorfer Pfarrkirche wurde ein stattlicher Bau. Dem vierjochigen Langhaus schließt sich ein geräumiger kleeblattförmiger Chorbau an, der als Markenzeichen des Pöllauer Baumeisters Remigius Horner an fast allen von ihm erbauten Kirchen vorkommt. Übereinander gelegte Pilaster tragen die Gurten der Kreuzgratgewölbe und die Anläufe der Schildbögen über den Fenstern.
Mit der Fertigstellung der Kirche endeten die Baumaßnahmen natürlich nicht. Im Jahre 1739 erfolgte eine neuerliche Färbelung und im Jahre 1749 mußte der Turm neu gedeckt werden, denn ein Blitzschlag hatte wieder einmal größeren Schaden verursacht. Neue Fenster mußten 1775 eingebaut werden und 1804 war wieder eine Ausmalung notwendig.
Weitere Blitzschäden machten die Erneuerung des Turmdaches notwendig, so 1815 und nochmals im Jahre 1864.
Im Jahre 1882 wurde mit der Gesamtrestaurierung der Kirche begonnen, die am 25. Juni 1887 mit der Kirch- und Altarweihe durch den Bischof von Seckau gut beendet werden konnte. Zugleich erhielt die Kirche nach altem Brauch neue Reliquien, so jene der hl. Märtyrer Jucundus und Fortunatus, sowie der hl. Barbara.
Für das heutige Erscheinungsbild der Pfarrkirche war der Bau eines neuen Kirchturms von Bedeutung. Nach einem Plan von Johann Pascher, der eben mit dem Bau der Pfarrkirche Pischelsdorf betraut worden war, errichtete Zimmermeister Mascheck aus Hartberg die neue Turmkuppel mit der hoch aufragenden Kreuzspitze. Zugleich fand eine Außenrenovierung statt.
Im Jahre 1947 fand wiederum eine umfangreiche Außenrenovierung statt, der 1964 eine durchgreifende Innenrenovierung folgte, die durch das Abtragen des Hochaltares eine neue Dimension in der inneren Raumwirkung brachte. Die letzte Außenrenovierung fand im Jahre 1988 statt, innen erfolgte zuletzt 1997 eine Ausmalung und Reinigung.
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Der Hauptaltar mit dem Altarbild aus dem Jahre 1743
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In der alten Kirche wurde 1691 der Hochaltar erneuert und 1713 der Tabernakel repariert. Josef Hofstetter aus Hartberg lieferte 1713 weiters zwei neue Statuen, hl. Josef und hl. Oswald für den Hochaltar sowie zwei Bilder, Antonius und Franziskus, die beiderseits des Tabernakels angebracht wurden. Im Jahre 1717 wurde dieser alte Hochaltar in der neuen Kirche aufgestellt.
Aus der Pöllauer Werkstatt des Remigius Horner stammt auch der Bildhauer Bonaventura, der 1722 neue Statuen und Engel für den Hochaltar lieferte, deren Fassung 1725 durch Hans Georg Ernst aus Gnas, wohl auch ein Subbetrieb von Horner, besorgt wurde.
Den neuen Hochaltar lieferte die Werkstätte des Remigius Horner im Jahre 1743. Das Altarblatt, es zeigt den Kirchenpatron St. Jakob und die hl. Maria als Fürbitter über dem Ort Kaindorf, lieferte der Grazer Maler Johann Baptist Scheidt. Dieses qualitätvolle Altarblatt wurde 1887 in die Filialkirche St. Stefan zu Hofkirchen überstellt und kehrte erst 1964 wieder in die Pfarrkirche zurück.
Im Jahre 1792 wurde ein neuer Tabernakel aufgestellt, der 1887 in der Dorfkapelle von Obertiefenbach überstellt wurde, wo er sich heute noch befindet.
Da der seit 1743 freistehende Hochaltaraufbau zusammenzubrechen drohte, wurde er 1796 an die Kirchenwand gestellt.
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Kanzel und nördlicher Seitenaltar
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Die barocke Ausstattung im Hochaltarbereich wurde 1887 zur Gänze aufgegeben und durch einen neuen Hochaltaraufbau nach Plänen von Robert Mikovics in Neorenaissanceformen ersetzt. Als Vorbild diente dem Planer der damals neue Hochaltar der Wiener Schottenkirche. Das Altarbild malte die Frau des Gemäldegaleriedirektors von Graz, namens Schwach. Es wurde 1964 nach Hofkirchen überstellt. Die Steinmetzarbeiten wurden von der Fa. Grein aus Graz durchgeführt, die Bildhauerarbeiten stammen von Peter Neuböck. Die Tischlerarbeiten vollbrachte Benedikt Mösmer und die Vergoldung Johann Wiwoda, beide aus Graz.
Anlässlich der Kirchenrenovierung von 1964 wurde der Hochaltar zur Gänze abgetragen und an dieser Stelle das alte Hochaltarblatt von 1743 wieder angebracht. Als neuer Volksaltar wurde die einfache Tischform aus rotem Marmor gewählt, ein alter kleiner Tabernakel konnte restauriert und epistelseitig aufgestellt werden.
Auch die Kanzel hat ihre eigene Geschichte. Sie wurde 1719 von Remigius Horner erbaut und 1739 vom Vergolder aus Vorau gefasst. Im Jahre 1887 wurden die Bilder der vier Evangelisten am Kanzelkorb entfernt und mit neuen Bildern geschmückt, darunter Moses mit den Gesetzestafeln, dem IHS-Monogramm in der Mitte, sowie eine Inschrift QVI AVTEM NON CREDITIT und IAM IUDICATUVS EST Joh 3, 18, also „Wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet“. Über dem Schalldeckel ist Christus mit dem flammenden Schwert, der Heilige Geist in Gestalt einer Taube und Engel mit Posaunen zu sehen. Die Kanzel wurde 1964 um ein Joch nach Osten auf den heutigen Platz verschoben.
Der nordseitige Altar ist der hl. Anna geweiht und geht in seiner heutigen Ausstattung auf das Jahr 1872 zurück. In der Mitte befindet sich eine Annenstatue unbekannter Herkunft, während die seitlichen Statuen Joachim und Johannes der Täufer dem Kaindorfer Bildhauer Alois Einspinner zuzurechnen sind. Das kleine Marienbild ist eine Kopie des Gnadenbildes von Maria Landshut und wurde 1719 aufgestellt. Älter ist auch das Rundbild im Auszug, die Krönung Mariens darstellend. Vielleicht geht es tatsächlich auf den Pischelsdorfer Maler zurück, der 1699 zwei neue Altarblätter lieferte. Das „Frauenbild“ wurde 1720 bei der Neuaufstellung in der Kirche lediglich gereinigt. Diesem Seitenaltar in der nördlichen Konche der neuen Kirche geht der Dreifaltigkeitsaltar von 1693 voraus, bzw. dessen Vorgänger, der bereits 1607 erwähnt wurde. Auch schon 1693 wurden heimische Künstler beschäftigt, so die aus Hartberg stammenden Bildhauer Johann Jakob Rempp und der Maler Johann Glafschengel, sowie der Pöllauer Tischler Christoph Weisheit.
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Der südliche Seitenaltar
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Der südliche Seitenaltar wurde in seiner heutigen Form im Jahre 1858 errichtet. Hier stand ursprünglich ein Fronleichnamsaltar, der für die 1651 gegründete Fronleichnamsbruderschaft als Kultstätte diente. Daran erinnert heute noch das Abendmahlbild im Auszug, das allerdings 1847 erneuert wurde. Zwischenzeitlich war dieser Seitenaltar ab 1796 dem hl. Donatus geweiht. Das prächtige Marienbildnis, die Statuen der hl. Florian und Valentin, sowie das Bildnis des leidenden Jesus stammen noch aus dem 18. Jahrhundert.
In der Turmkapelle wurde 1719 der Michaelsaltar gestiftet und 1722 aufgestellt. Er stellt die Nachfolge der ehemaligen Michaelskapelle auf dem Friedhof dar, die 1607 erstmals erwähnt wurde. Heute befindet sich hier ein großes Altarblatt aus dem 18. Jahrhundert. Es stellt Christus am Kreuz und Maria Magdalena dar. Die beiden Statuen Johannes und Maria stammen aus dem späten 19. Jahrhundert.
Die Kreuzwegstationen wurden 1892 aus Gröden angekauft, ein Bild, nämlich die 14. Station eines älteren Kreuzweges, vielleicht von dem, der 1748 aufgestellt wurde, befindet sich in der Turmkapelle.
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Die Orgel der Pfarrkirche Kaindorf
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Auch die Orgel mit ihrem ausdrucksvollen Gehäuse hat ihre Geschichte. Schon 1690 lieferte der Grazer Orgelbauer Johannes Lilling eine neue Orgel mit fünf Registern, die 1705 nach den Kuruzzeneinfällen renoviert werden musste. Sie wurde 1750 an den Pischelsdorfer Uhrmacher verkauft. Schon ein Jahr zuvor wurde mit dem Grazer Orgelbauer Ferdinand Schwarz ein Vertrag für eine Orgel abgeschlossen, die 1750 mit dem erhaltenen Gehäuse geliefert wurde und 14 Register umfaßte. Die Statue des Königs David wurde 1759 von Josef Hofstetter aus Hartberg geschaffen. Das heutige Werk stammt aus dem Jahr 1927 und ist ein Werk der Linzer Orgelbaufirma Gebrüder Mauracher, nachdem der Salzburger Mauracher im Sommer 1926 das Werk nicht vollenden konnte. Die Orgel umfasst 20 Register auf zwei Manualen und Pedal, wobei viele Pfeifen der alten Orgel wieder Verwendung fanden. Schon 1913 sollte Albert Mauracher aus Salzburg eine neue Orgel bauen und Alois Einspinner das Gehäuse vergrößern, doch damals kam es nicht dazu. Heute sind das Gehäuse und einige alte Pfeifen der wertvollste Teil des Instruments.
Von den alten Glocken gibt es ebenfalls einige Nachrichten. Im Jahre 1677 lieferte Adam Rostauscher aus Graz eine neue Glocke, ebenfalls 1717 Anton Pigneth, diesmal schon für den neuen Turm. Eine weitere Glocke folgte 1767 von Martin Feltl aus Graz.
Im Jahre 1896 wurden vier neue Glocken von der Laibacher Gießerei Samassa angekauft, die 1917 bis auf die Zügenglocke abgeliefert werden mußte. Im Jahre 1923 lieferte die Gußhütte Gebrüder Böhler aus Kapfenberg drei neue Stahlglocken in der Stimmung Cs- Fs - A, die sich heute noch im Turm befinden und das Kaindorfer Geläute bilden.
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Teuffenbacher Epitaph
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Die Herren von Teuffenbach, die in Untertiefenbach bei Kaindorf ihren Stammsitz und in der mittelalterlichen Pfarrkirche Kaindorf ihr Erbbegräbnis hatten, machten an ihre Kirche zahlreiche Stiftungen. Leutold stiftete 1368 ein ewiges Licht, Härtel 1384 einen Jahrtag und Härtl, der Neffe des vorigen, 1406 einen zweiten Kaplan. In diesem Zusammenhang ist auch der Grabstein für Bernhard von Teuffenbach († c. 1540) zu sehen, der 1615 an der Kaindorfer Kirche neu aufgestellt und 1716 an die heutige Stelle der Turmaussenseite angebracht wurde.
Darüber heißt es in der Chronik: „Vor 250 Jahren wurde für Hartwig von Teufenbach ein Grabstein aufgestellt, der sich nun aber »gar verwiest« und »von der Erdt erhoben«. Weiters befindet sich an der Pfarrhofwand der Torso eines größeren Epitaphs mit deutscher Bibelinschrift (Ausschnitte aus dem Johannesevangelium), in der Mitte ist der Rest eines Kruzifixus erkennbar, seitlich dürfte über den angedeuteten Wolken eine Figur gestanden haben. Mehr ist leider nicht erkennbar. Ebenso befindet sich hier jener römische Inschriftstein, der 1839 im Pfarrhof gefunden wurde.
Nicht weniger aber auch unseres Bernhard von Teufenbachs Epitaph allda in der Kapelle (Michaelskapelle?) »übereinander ligt«, wollte Friedrich von Teufenbach einen neuen Grabstein aufrichten lassen.“
Der heutige Stein zeigt im Vordergrund Bernhard von Teuffenbach und seine (bereits verstorbene) Gemahlin, sich gegenüberstehend, dahinter links vier Söhne und in der Mitte zwei Töchter der beiden. Auffällig ist die Qualität und Genauigkeit der Bildhauerkunst, was besonders die Ausführung der Kleidung bis in die kleinsten Details betrifft.
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